Da schon Anfang der 90er Jahre abzusehen war, wie sehr sich die Lebensqualität in Deutschland verschlechtern wird, habe ich mich 1992 entschlossen auszuwandern.
Nach 3 Jahren Teneriffa bin ich noch etwas weiter nach Süden gezogen und im September 1995 in der mexikanischen Karibik gelandet.
1995 war Playa del Carmen noch ein kleines Fischerdorf mit nur 12.000 Einwohnern und das Leben noch sehr relaxt. Heute ist Playa del Carmen mit mehr als 150.000 Einwohnern zwar etwas grösser, aber die Lebensqualität hat sich nur verbessert.
Da mein Spanisch bei der Ankunft noch sehr schlecht war und es auch keine sehr grosse Nachfrage an Speditionskaufleuten gab, musste ich mir überlegen, wie ich meinen Lebensunterhalt bestreiten will. Da der Immobilienboom gerade losging, habe ich freiberuflich für Immobilienhändler Ferienhäuser und Grundstücke an Europäer verkauft. Damals gab es Grundstücke hier noch für 10.- US Dollar den m2.
Zur Kundenwerbung und anschliessendem Verkauf habe ich ein kleines Büro in der Fussgängerzone ( 5a Avenida) angemietet, über welches ich auch Ausflüge verkauft habe. Ausflugsverkäufer gab es viele auf der 5a, aber die einzigen Ausflüge, die es zu verkaufen gab, waren Tagesausflüge zu den Ruinen wie Chichen Itza oder Tulum, und nur im grossen Reisebus mit 40-50 Touristen.
Da ich schon die letzten 2 Jahre auf Teneriffa meine eigene Jeep-Tour hatte und es mich schon immer in die Natur gezogen hat, lag es nah, auch hier mit Jeep-Touren in die Natur mein Geld zu verdienen. Aber zur damaligen Zeit konnte man hier nur eine Firma eröffnen, wenn man einen Mexikaner als Partner hatte, der 51% der Anteile hielt. Da war der Traum dann erstmal ausgeträumt. Dabei gab es so wunderschöne Ziele wie z.B. das Naturschutzgebiet von Sian Ka’an, das ich auf einem privaten Ausflug entdeckt hatte.
Aber schon wenige Monate später habe ich durch Zufall einen Mexikaner kennengelernt, der Schnorchelausflüge in die nähere Umgebung angeboten hat. Nach einem mehrstündigen Gespräch über meine Ideen habe ich schon 2 Tage später bei ihm als Organisationsleiter angefangen, habe Jeep-Touren organisiert und auch geführt. Wer schon mal hier im Urlaub war, ist vielleicht schonmal mit mir auf Jeep-Tour gewesen.
Die erste Tour, die ich organisiert habe, war natürlich in das Naturschutzgebiet Sian Ka’an. Ein richtiges Abenteuer! Eine ca. 1stündige Fahrt über die Schnellstrasse von Playa del Carmen nach Tulum, dann ca. 2 Stunden über
eine Sandpiste am palmengesäumten Strand, über abenteuerliche Holzbrücken bis nach Punta Allen, einem Fischerdorf mit ca. 800 Einwohnern im Herzen von Sian Ka’an. Von dort aus ca. 1 Stunde mit dem Boot über das Meer zu den Vogelinseln, voller Fregattvögel, Fischreiher, Ibisse und Pelikane. Unterwegs gab es so exotische Tiere wie Delfine, riesige Meeresschildkröten, Seekühe, Manta Rochen und Barracudas zu sehen. Auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt in Punta Allen gab es noch einen Stop am Riff zum Schnorcheln wie im Aquarium. Nach einem einfachen aber leckeren Essen ging es dann zurück. Die Touristen kamen hundemüde aber von einem unvergesslichen Abenteuer zurück.

2 Jahre später hatte ich dann die Idee, eine Tour zu organisieren um Land und Leute kennenzulernen und so wurde Mexiko Lindo geboren - eine Jeep-Tour 40 km durch tiefsten Dschungel zu einer typisch mexikanischen Kleinstadt mit einer Rundfahrt im Tricitaxi, einem dreirädrigen Fahrrad-Taxi mit einer Bank für 2 Passagiere. Der Ort war damals noch gänzlich unberührt vom Tourismus. Als ich das erste mal dort war, haben die Kinder schulfrei bekommen, damit sie mal einen Weissen sehen können. Bei meinem 2. Besuch kam der Bürgermeister und die Presse, weil ich endlich den Tourismus dort hingebracht habe. Also völlig jungfräulich für die Touristen. Auch heute noch fährt ausser mir dort keiner mit Touren hin. Auf dem Rückweg gab es noch einen Besuch in einem Dschungelcamp und anschliessend Grillessen an einer Cenote mit anschliessendem Schwimmen.
Meine 3. Tour hat sich mehr oder weniger zufällig entwickelt. Ein Freund erzählte mir, dass sein Vater ein Rancho im Dschungel hat mit Höhlen, ob ich nicht Lust hätte, die Höhlen zu erforschen und eine Tour zu entwickeln. Da hatte er den Richtigen gefragt, schon am nächsten Tag ging es los. Mit einer
Lebenslinie (Angelsehne), um den Rückweg zu finden, sind wir stundenlang durch die Höhlen gelaufen (oder besser geirrt) bis wir einen 2. Ausgang gefunden und eine Route ausgearbeitet hatten. Ein ca. 1,5 km langer unterirdischer Weg durch Höhlen voller Stalaktiten und Stalagmiten, durch unterirdische Flüsse, mit einer Pause zum Schwimmen in einer unterirdischen Cenote. Danach wurde noch das Mayahaus eins Angestellten, der auf dem Rancho gewohnt hat, besucht und die Touristen konnten sehen, wie die Maya auch heute noch, fast unverändert wie vor 1000 Jahren im Dschungel leben. Zum Abschluss ging es noch zur wohl schönsten Meerwasser Lagune in der Riviera Maya zum Schnorcheln.
Alle drei Touren waren Jahr für Jahr immer gut gebucht, die Touristen waren sehr zu frieden, einige sogar so, dass Sie nicht nur auf alle drei Touren mit mir gefahren sind, sondern sogar im nächsten Urlaub die ein oder andere Tour ein zweites und drittes mal gebucht haben.
Im Jahr 2002 musste der Eigentümer der Firma aber dann zurück zu seiner Familie am anderen Ende von Mexiko, um den Familienbetrieb, eine Rinderranch, zu führen.
Da sich die Gesetzte bis dahin sehr zu meinem Vorteil verändert hatten, konnte ich endlich meine eigene Firma eröffnen und habe meine 3 Touren noch 3 weitere Jahre geführt, mit Hilfe von angestellten Führen natürlich.
Nach mehr als 10 Jahren Jeep-Touren war es in 2005 dann Zeit für eine Veränderung. Ich habe meine Firma verkauft und mir eine neue im Internet aufgebaut.
Da ich jahrelang im Tourismus gearbeitet habe, bot es sich natürlich an, etwas in dieser Richtung zu machen. Ich habe mittlerweile einige erfolgreiche Internetportale wie z.B. ein Reiseportal, einen Reise-Blog und einen Reise-Webkatalog, auch ein paar Ausflüge ins Unbekannte brachten Erfolg, wie ein Med-Shop und ein Geschenke-Portal.
Nachdem ich in den letzten Jahren immer öfter angesprochen wurde, ob ich nicht ein Ferienhaus verwalten kann, jemanden beim Einwandern helfen oder eine Arbeit besorgen könnte, habe ich mich im September 2007 dazu entschlossen, das Riviera-Maya-Portal ins Leben zu rufen!